Physiotherapie-Website: die realen Kosten 2026

Was eine Physiotherapie-Website 2026 kostet: reale Preise, was jede Preisklasse enthält, der Unterschied zwischen Selbstbau und Profi. Konkrete Zahlen.

„Was kostet eine Physiotherapie-Website?“ ist die Frage, die ich am häufigsten höre, wenn mich jemand zum ersten Mal kontaktiert. Die ehrliche Antwort lautet: Es kommt darauf an — aber die Spannen sind klar umrissen und die Unterschiede zwischen den Optionen eindeutig. In diesem Artikel erkläre ich sie ohne Umschweife, mit realen Marktzahlen für 2026.


Die drei Preisklassen und was sie enthalten

Untere Klasse: 0–500 Euro (Selbstbau oder Template)

Wix, Squarespace, WordPress.com, Jimdo: Plattformen, mit denen du ohne technische Kenntnisse in wenigen Tagen selbst eine Website baust. Kosten: der Jahrestarif (150–300 Euro/Jahr) plus Domain.

Was du bekommst: eine optisch akzeptable Website auf einem vorgefertigten Template, die du selbst aktualisieren kannst. Die Domain ist oft im Tarif enthalten.

Was du nicht bekommst: SEO für die Suchanfragen, die deine Patienten wirklich stellen, Texte, die auf Conversion geschrieben sind, schema.org für die Suchergebnisse, optimierte Ladezeit, korrekte DSGVO-Einrichtung. Die Website existiert — aber sie bringt kaum neue Patienten über die organische Suche.

Geeignet für: alle, die nur eine minimale Online-Präsenz mit Adresse und Kontakt wollen und ihre Patienten über andere Kanäle finden (Empfehlung, Plattformen wie Doctolib).

Mittlere Klasse: 800–2.500 Euro (kleine Agentur oder Junior-Freelancer)

Ein Freelancer mit 1–3 Jahren Erfahrung oder eine kleine Webagentur: Sie bauen die Website mit WordPress oder Elementor auf angepassten Premium-Templates. Enthalten sind meist: Design, einige Seiten, Einpflegen der von dir gelieferten Texte, Basis-Einrichtung.

Was du bekommst: eine professionell wirkende, mobil optimierte Website mit deinem Branding.

Was oft fehlt: eine strukturierte SEO-Strategie, Texte speziell für Physiotherapie, tiefe technische Optimierung, Anbindung an ein Buchungssystem. Die Website sieht gut aus, ist aber oft nicht darauf gebaut, über Google Patienten zu gewinnen.

Der niedrige Preis in dieser Klasse geht oft mit Templates einher, die genauso aussehen wie Dutzende andere Websites. Google bestraft ähnliche Websites nicht — Besucher aber schon: Eine Website, die identisch mit der deines Mitbewerbers ist, sagt nichts Spezifisches über dich.

Obere Klasse: 2.500–6.000 Euro (SEO-spezialisierter Profi)

Ein Profi, der auf Websites für Gesundheitsberufe spezialisiert ist: baut die Website von Grund auf oder mit moderner Technik (Astro, Next.js), performance-optimiert, mit passgenauen Texten, einer SEO-Struktur rund um die Keywords deines lokalen Markts, Buchungssystem-Anbindung und schema.org.

Was du bekommst: eine Website, die darauf ausgelegt ist, binnen 3–6 Monaten neue Patienten über Google zu bringen, mit besserer technischer Leistung (Geschwindigkeit, Core Web Vitals), Texten für deinen Patiententyp, DSGVO-konform, mit integriertem Buchungssystem.

Die laufenden Kosten (Hosting, Wartung): 50–150 Euro/Jahr nach dem ersten Jahr.

Geeignet für: Physiotherapeuten, die einen strukturierten Kanal zur Patientengewinnung über das Web wollen, nicht nur eine Online-Präsenz.


Die laufenden Kosten, die oft vergessen werden

Der Anfangspreis der Website ist nicht der Gesamtpreis. Dazu kommen:

Domain: 10–20 Euro/Jahr. Sie ist deine Adresse (.de oder .com).

Hosting: 60–200 Euro/Jahr je nach Anbieter und Tarif. Billiges Shared Hosting ist oft die Hauptursache für eine langsame Website.

SSL-Zertifikat: bei modernem Hosting meist enthalten — prüfe aber, ob es aktiv ist. Ohne HTTPS bestraft Google die Website.

WordPress-Wartung: Läuft die Website auf WordPress, brauchen Plugin- und CMS-Updates regelmäßige Aufmerksamkeit oder einen Wartungsvertrag (100–200 Euro/Jahr beim Profi).

Online-Buchungssystem: Calendly Basic ist kostenlos; Tarife mit mehr Funktionen kosten 12–16 Euro/Monat. Doctolib beginnt bei 125 Euro/Monat.

Professionelle E-Mail: @deinepraxis.de statt Gmail. Kostet 5–15 Euro/Monat mit Google Workspace oder Microsoft 365.

Was ich oft sage: Die Kosten der Website sind nicht die Kosten dafür, eine Website zu haben — sie sind die Kosten für ein Werkzeug zur Kundengewinnung. Ein Physiotherapeut, der dank der Website 2 neue Patienten im Monat bekommt, hat die Investition in weniger als drei Monaten wieder drin. Diese Rechnung verändert die Perspektive auf das „was kostet das“ vollständig.


Wie du Angebote vergleichst

Wenn du mehrere Angebote bekommst, vergleiche sie an diesen Punkten — nicht nur am Preis:

Wie viele Seiten sind enthalten? Eine Startseite und eine Kontaktseite sind eine Minimal-Website, kein Werkzeug zur Patientengewinnung.

Sind Texte enthalten oder nur das Einpflegen deiner Texte? Die Texte einer SEO-optimierten Website zu schreiben kostet Stunden — steht es nicht im Angebot, machst du es selbst.

Wer verwaltet Domain und Hosting? Achte darauf, die Zugangsdaten zu behalten — eine Website auf fremden Konten, die du nicht kontrollierst, ist eine problematische Abhängigkeit.

Was passiert nach dem Livegang? Wartung, Updates, technischer Support: Wer kümmert sich und zu welchem Preis?


FAQ

Ist WordPress besser als eine Plattform wie Wix oder Squarespace? WordPress ist flexibler und hat ein weit größeres Ökosystem. Wix und Squarespace sind einfacher selbst zu verwalten. Der eigentliche Unterschied: WordPress, von einem Profi gut betreut, schneidet in der SEO besser ab; Wix und Squarespace sind bei fortgeschrittener technischer Optimierung begrenzt. Wer die Texte selbst pflegen will, fährt mit Squarespace vernünftig. Wer die Google-Platzierung maximieren will, wählt besser WordPress oder modernere Lösungen.

Ist das billigste Angebot immer das falsche? Nicht immer. Ein Junior-Freelancer mit einem Angebot über 1.200 Euro kann eine völlig ausreichende Website bauen, wenn du eine einfache Online-Präsenz brauchst. Das Problem entsteht, wenn ein niedriges Angebot auf hohe Erwartungen trifft — etwa neue Patienten über Google zu erwarten von einer Website, die in 5 Stunden auf einem generischen Template entstanden ist.

Kann ich die Website selbst bauen und später optimieren lassen? Ja, langfristig ist das aber oft teurer. Eine schlecht gebaute Website zu optimieren dauert länger, als eine gute von Grund auf zu bauen. Wenn du schon weißt, dass du eine Website willst, die Patienten gewinnt, investiere von Anfang an richtig.

Wie lange hält eine Website, bevor sie neu gemacht werden muss? Mit moderner Technik und aktuellem Design 4–6 Jahre ohne größere Eingriffe. Schlecht altern jene Websites, die auf einem gerade sehr angesagten Template oder auf veralteter Technik beruhen (Flash, nicht mobil-optimierte Seiten von vor 2015). Eine heute sauber gebaute Website trägt mit kleinen regelmäßigen Updates bis 2030.


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